Inhalt
Jeden Tag besuchen SozialarbeiterInnen von ELIJAH notleidende Familien in ihren Hütten. Sie sprechen mit ihnen über ihre Probleme und Bedürfnisse, sie bringen das Nötigste zum Überleben. Sie unterstützen die Familien bei Behördengängen und bei der Beschaffung von wichtigen Dokumenten. Sie holen die Kinder in der Früh von zu Hause ab und bringen sie in die Schule.
Ein Kinderschutz-Team stärkt die jungen Menschen und bringt ihnen bei, wie sie sich gegen Gewalt und Übergriffe wehren können, und auch, sich für andere einzusetzen. Bei Problemen helfen die MitarbeiterInnen und verständigen den Jugendschutz.
GESUNDHEIT
Medizinische Versorgung für die Ärmsten
Weil viele DorfbewohnerInnen es nicht schaffen, in die Stadt zu fahren, kommt ein praktischer Arzt in unsere ELIJAH-Praxis in der Casa Nova. Schwerkranke besucht er zu Hause. Seine kleine Apotheke versorgt alle mit Medikamenten. Wer es sich nicht leisten kann, bekommt die Medizin kostenlos. Das gespendete Verbandsmaterial wird oft dringend benötigt.
Auch ein Zahnarzt behandelt die Familien, für viele das erste Mal. In unseren Sozialzentren hat jedes Kind eine Zahnbürste, zweimal täglich weden die Zähne geputzt.
In der Casa Martin in Nou werden Kinder darüber hinaus von einem Logopäden bei ihrer Entwicklung betreut.
UNTERKUNFT
In winzigen, elenden Hütten aus Lehm, Brettern und diversen Fundstücken hausten viele Roma-Familien auf engstem Raum an den Dorfrändern. Zu zehnt mussten sie sich ein Zimmer teilen. Vor allem die eisigen Wintermonate sind in Siebenbürgen hart. Der Regen brachte die Lehmwände oft zum Einsturz, die Dächer waren undicht. Es gab keine Möbel, nur durchgelegene Sofas und alte Öfen, auf denen auch das Essen zubereitet wurde. Ordnung zu halten war unmöglich, Waschgelegenheit gab es keine.
Mit der Aktion Casa de piatra unterstützen wir Familien beim Bau neuer Häuser. „Casa de piatra“ heißt übersetzt „Ein Haus aus Stein“. Das wünscht man traditionell einem jungen Hochzeitspaar. Es bedeutet Zusammenhalt in der Familie und eine feste Unterkunft. Seit Projektbeginn wurden über 160 Häuser in Nou, Nocrich, Hosman, Tichindeal und Marpod errichtet. Die Gemeinde stellt oft den Grund zur Verfügung, verlegt Wasser, Kanäle und Strom. Die Häuser bieten ausreichend Platz. Es gibt eine Wohnküche, zwei Zimmer und ein Bad mit Dusche und Toilette.
Bedingung ist, dass die Kinder in die Schule gehen und einer der Elternteile arbeitet, denn Eigenverantwortung ist ELIJAH wichtig. Nur so können die Familien für sich sorgen und die laufenden Kosten tragen.
Cartier Caroline
In Nou haben wir das Wohnviertel mit elf Häusern gebaut. Schön schmiegen sie sich an den Wegrand oberhalb des Dorfs. Die Familien sind hinaufgezogen – aus dem Elend in den Hütten unten am Bach.
Cartier Marghita
Aus einer verwahrlosten Roma-Siedlung an der Ortseinfahrt der Gemeinde Nocrich entstand unser Cartier Marghita. Daneben steht das Sozialzentrum Casa Susanna. Es ist das Herz des Wohnviertels.
FRAUENFÖRDERUNG
Für Frauen setzt sich ELIJAH besonders ein. Entstanden ist in jedem Sozialzentrum ein „Clubul Mamelor“. Dieser Club der Mütter ist Anlaufstelle für die Frauen im Dorf. Sie tauschen sich über ihre Sorgen aus, bekommen Beratung und Fortbildung von der Baby-Pflege bis zur verantworteten Elternschaft. Wichtig sind die Alphabetisierungskurse für Mütter, die nie eine Schule besuchten. Der Austausch und das Wissen, nicht alleine zu sein, stärken die unterdrückten Frauen.
Seit Winter 2024 finden die ersten Frauen mit Kindern in der Casa Nora Zuflucht. Wir bieten in der Casa Nora Notaufnahme, Schutz und Beratung an.

